rezension: die chinesische sängerin

DieChinesischeSängerinTitel: Die chinesische Sängerin
Autor: Jamie Ford
Verlag: Bloomsbury
Seitenzahl: 368
Kurz und knapp: Mitreißende und packende Geschichte!

Wie in seinem Bestseller “Keiko” erzählt Jamie Ford von zwei Menschen, die das Schicksal auseinandergerissen hat, er erzählt von der dramatischen Suche eines verwaisten Jungen nach seiner Mutter, von Liebe und Vergebung. Seit dem Tag, an dem der leblose Körper seiner Mutter aus dem Haus getragen wurde, lebt William Eng im Waisenhaus. Als er im Kino die schöne Sängerin Willow Frost sieht, ist er überwältigt. Täuschend ähnlich sieht sie seiner Mutter. Entschlossen, den fernen Filmstar aufzuspüren, läuft er fort, schlägt sich auf den Straßen Seattles durch, sucht sie in Theatern und Lichtspielhäusern. Er muss Willow Frost finden. Er muss beweisen, dass sie seine Mutter ist, und endlich erfahren, was damals passierte. Vor dem Hintergrund der Großen Depression im Seattle der dreißiger Jahre hat Jamie Ford einen berührenden Roman über einen Jungen geschrieben, der nicht aufhört, an die Liebe seiner Mutter zu glauben, der alles wagt, um sie wiederzufinden.

Banner (2)Meine Meinung

Selten habe ich ein so einzigartiges Buch gelesen, das mich auf unglaublicher Weise gepackt und gefesselt hat. Auf persönlicher Ebene: Ich war sehr krank, als ich das Buch vom Verlag zugeschickt bekommen habe und bin mehr als froh, die Möglichkeit gehabt zu haben, dieses zu lesen.

William lebt seit Jahren im Waisenhaus und kann es kaum erwarten, dort wegzukommen. Als er an seinem zwölften Geburtstag die Sängerin Willow Frost sieht, ist er überzeugt, seine Mutter gefunden zu haben. Jamie Ford konnte mich auf Anhieb neugierig machen: Ist Willow Frost wirklich Williams Mutter? Warum hätte sie ihn verlassen sollen? Wie kann es sein, dass sie auf einmal berühmt ist? Und was verschweigen die Nonnen aus dem Waisenhaus William eigentlich? Die Entschlossenheit Williams, sie zu finden, die schon fast an Stur- und Besessenheit grenzt, zieht den Leser mit und man kann nicht anders, als mit ihm auf die Spuren Seattles, sowie seiner eigenen Hintergrundsgeschichte zu folgen. Für einen Jungen, der gerade 12 geworden ist, vermittelt William einen überraschend reifen Eindruck. Unermüdlich kämpft er dafür, die Wahrheit über seine Vergangenheit herauszufinden.
Hinzu kommen die sympathischen Nebencharaktere, wie zum Beispiel seine Freundin Charlotte, Williams heimliche Verbündete, die blind ist. Ich habe – ehrlich gesagt – noch nie über einen solchen Charakter gelesen und es war mehr als interessant zu sehen, wie sie versucht, mithilfe von William in der Gesellschaft zurechtzukommen.
Darüber hinaus ist William von chinesischer Herkunft. Das Buch beinhaltet so viele Themen, die mich immer wieder faszinieren: Tragische Romanze, herzzerbrechende Momente und Charaktere, die sich durch starke Persönlichkeiten auszeichnen. Einer der spannendsten Sachen war allerdings der gesellschaftliche Aspekt während der 20er/30er Jahren im Buch. Nicht nur lernen wir die fragwürdigen Erziehungsmaßnahmen der Nonnen im Waisenhaus kennen (obwohl ich denke, dass sie – im Vergleich zu anderen – noch relativ “liberal” eingestellt sind); auch die Familienbeziehungen zu Zeiten der Großen Depression werden im Buch widergespiegelt – insbesondere im Hinblick auf chinesische Immigranten. Der gesellschaftliche Wandel durch Massenmedien und “Teenager-Schwangerschaften” gibt der Autor realistisch und authentisch wider.

Der Schreibstil hat ein mehr als beeindruckendes Gefühl bei mir hinterlassen. Das Buch wird aus personaler Sicht erzählt, womit man aus kurzen Flashbacks etwas von Williams Vergangenheit erfährt; allerdings geben sie sich erst nach und nach wie bei einem Puzzle zu einem ganzen Bild zusammen. Der letzte Schlüssel ist – natürlich – Willow. Auch sie hat ihre eigene Hintergrundsgeschichte, die erst nach und nach enthüllt wird und erschreckende Erkenntnisse über die gesellschaftliche Situation zur damaligen Zeit ans Licht bringt. Armut und Leiden bestimmen ihr Leben – inwiefern dies im Zusammenhang mit William steht, bestimmt insofern auch die Spannungskurve im Buch – und sie war gewaltig!

Mit dem Buch Die chinesische Sängerin entführt uns der Autor auf eine emotionale Achterbahn, welches einen unvergesslichen und kraftvollen Eindruck hinterlassen wird. Authentisch führt er den Leser durch die Zeiten des gesellschaftlichen Wandels in Seattle, sodass die Geschichte einen nicht mehr loslässt. Ein absolut empfehlenswertes Buch!

5CC

Danke an Lovelybooks und Bloomsbury Berlin für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars!

 

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